Bis zum Nirwana oder wieder zurück?

"Nichts kann sich aus der Materie entwickeln, was nicht bereits in ihr enthalten ist."

 

Sri Aurobindo


"Durch ihre Unglaubhaftigkeit entzieht sich die Wahrheit dem Erkanntwerden." 

 

Heraklit, um 500 v.Chr. 

 

 

    In diesem Prozess wird man immer wieder mit Fragen konfrontiert wie "Wer waren dieser Sri Aurobindo und Mutter?" "Wie kannst du sicher sein, nicht einer Sekte aufzusitzen?" "Materie vergöttlichen ...? Ist mir zu abgehoben." Von Unglauben bis hin zu Ablehnung und offener Feindseligkeit.

Darauf gibt es nur diese Antwort: "Gib dich Gott* und Seinem Willen für dich aufrichtig und ausdauernd hin und warte ab, was passiert." 

*Unabhängig von Kulturkreis oder Herkunftsreligion, die für das Göttliche eigene Begrifflichkeiten oder Namen verwenden. 

 

Beginnt man sein spirituelles Herz zu öffnen, wird man immer deutlicher von der Göttlichen Wahrheit angezogen und geführt. Wer Antworten sucht, der findet sie: ob in christlichen, buddhistischen, hinduistische o.a. Schriften, indem man "zufällig" ein bestimmtes Buch geschenkt bekommen, in eine aufwühlende Situation gerät, und vieles mehr.

In die Vereinigung mit dem Göttlichen einzugehen, ist unser angestammtes Recht. Wenn wir danach aufrichtig bis in jede Faser unseres Seins dürsten, werden wir es früher oder später erleben. Dann kehren wir vom Nirvana wieder zurück und gehen weiter. 

 

    Die sogenannten "mystischen Wege" wurden anderweitig ausführlich beschrieben. Es gab sie schon immer und in allen Kulturkreisen und Religionen. Vereinfacht zusammengefasst unter dem Begriff der "Erleuchtung". (Auf die verschiedenen Yogawege wird hier nicht eingegangen, da sie für das Verständnis der Praxis nicht wirklich relevant sind. Wer sich damit tiefer auseinandersetzen möchte, wird in der Literaturliste fündig.) Jene Wiedervereinigung mit dem Göttlichen geschah auf einer höheren mentalen Ebene, indem man durch yogische Konzentration und Meditation in die leuchtende Stille des Samadhi eintauchte. Nirwana ist eine gängige Bezeichnung geworden.

Dabei stieß man immer schon auf Hindernisse, die aus dem Bereich der vitalen Begehrlichkeiten des Körpers emporstiegen. Man begann, ihn als etwas nicht Transformierbares abzulehnen und strebte danach, ihn abzulegen und dieser obskuren Welt zu entfliehen. Aber dafür wurde die Erde nicht erschaffen. Jener Weg bedeutet die Rückkehr an den Ausgangspunkt als rein geistiges Wesen, überlässt diesen Planeten seinem Schicksal und ist nicht (mehr) das Ziel der Evolution.  All diese Wege kann man als "Vorboten" des menschlichen Ringens bezeichnen.  

 

"Zum Göttlichen zurückkehren, ja, das ist das Nirvana.

Nur, sobald man dort ist und in Kontakt mit dem Göttlichen, sagt es einem: "Geh wieder hinab! Bleib nicht hier, dies ist nicht dein Platz!"

Aber in dieser Hinsicht führe ich einen verzweifelten Kampf gegen all diese Leute, die sich das spirituelle Leben so vorstellen: Brrt! und man geht weg.

Dabei ist das erst der Anfang. Ich halte dem immer die Geschichte Buddhas entgegen: Als er im Begriff war, ins Nirvana einzutreten, wurde ihm schlagartig klar, dass die Erde verändert werden musste... worauf er blieb.

Dazu fällt mir etwas ein im Zusammenhang mit Madame David-Neel. Sehr interessant. Sie war gekommen, um einen Vortrag zu halten. Ich kannte sie bis dahin nicht und lernte sie erst dort kennen. Ich glaube, es war im Rahmen der Theosophischen Gesellschaft. Ich besuchte den Vortrag, und plötzlich, während sie sprach, sah ich Buddha – ganz deutlich: nicht über ihrem Kopf, sondern ein bisschen seitlich. Er war zugegen. Nach dem Vortrag machte man uns dann miteinander bekannt. Ich wusste noch nicht, was für eine Art Frau sie war, und sagte ihr: "Oh, Madame! Während Sie sprachen, sah ich Buddha!" Sie antwortete (wütende Stimme): "Ach, das ist völlig unmöglich, Buddha ist im Nirvana!" (Mutter lacht) Oh! Nun denn... Ich dachte mir: "Sei lieber still!"

Aber er war wirklich da, was sie auch denken mochte.

Und genau dies bedeutet wegzugehen. (Mutters Agenda, 9. November 1966) 

 

Hinter den Schwierigkeiten der Materie stehen nicht nur die Rückstände und Gesetze der irdischen Natur selbst, sondern Vitalkräfte, die dem widergöttlichen Herrschaftsbereich angehören, diesen irdischen Bereich beherrschen und die das gerne unterstützen und anheizen. Auf diesem transformativen Weg begegnet man ihnen unweigerlich und muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Sie waren Teil und Antriebsmotor der Evolution und werden aus der Schöpfung verschwinden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Bleibt man beharrlich in seinem Glauben und unter dem Göttlichen Schutz, weichen sie zurück. Sie werden uns schmerzhaft auf jede Lücke in unserem System aufmerksam machen, die sich noch nicht vollkommen dem Göttlichen unterstellt hat, bis wir am Ziel sind. Dazu werden sie bislang geduldet. Diese Schlachten schlägt man immer und immer wieder, und oft fühlen sie sich wie Niederlagen an. Man darf sich davon nicht beirren lassen. 

Mit der Zeit bekommt man die ersten körperlichen Erfahrungen geschenkt. Sie sind vollkommen neu, unbekannt und wunderschön. Man erfährt erstaunt, dass sich der Körper zu erinnern scheint und die ersten zarten Ströme des eindringenden Lichts hingebungsvoll "trinkt". 

 

Zu diesem Zweck muss das Supramentale Bewusstsein durch unser spirituelles Streben nach unserem Aufstieg in einer umgekehrten Bewegung aus den höheren Bereichen des Mentals herab und in diese Welt hinein gebracht werden, in alle unsere alltäglichen Handlungen und Interaktionen. Es allein ist in der Lage, bis in ihre materiellen Tiefen vorzudringen, diese von innen heraus zu verwandeln  und ihnen damit eine neue Bewusstseinsqualität zu verleihen.  

 

"Alles Leben ist Yoga" sagte Sri Aurobindo. Wo auch sollte das Göttliche Bewusstsein nicht sein?  

 

 

"Was also war der Anfang aller Dinge?

Dasein, das sich aus reiner Freude am Sein vervielfältigte und in Millionen und abermals Millionen von Formen stürzte, um sich selbst unzählige Male wiederzufinden.

 

Was war die Mitte?

Teilung, die um die Einheit in der Vielheit ringt, Unwissen, das sich um eine Kaskade regenbogenfarbigen Lichts müht, Leiden, das für die Berührung mit unvorstellbarer Ekstase schult. Denn all das sind dunkle Zustände und dissonante Schwingungen.

 

Und wie wird das Ende sein?

Wie wenn Honig, sich selbst kostend, doch auch jeden seiner Tropfen kosten könnte, und alle seine Tropfen könnten einander und auch die ganze Honigwabe als sich selbst genießen, so könnte es am Ende sein mit Gott, der Menschenseele und dem Weltall."

 

                                                                                Sri Aurobindo, Kaskaden des Lichts 

 

 

Es geht also weiter auf unserem evolutionären Weg, indem jetzt der Körper in die Vergöttlichung miteinbezogen wird. Ziel ist nicht, dass sich all die Individualitäten, die sich im Laufe der Inkarnationen herausgebildet haben, nach dem Tod wieder in der "Göttlichen Ursuppe" auflösen. Wozu dann unser ewiges Ringen unter Schmerzen und Entbehrungen? "Erhofft euch nichts vom Tod! Im Leben ist euer Heil. In ihm muss man sich transformieren. Auf der Erde schreitet man fort, auf der Erde verwirklicht man. Im Körper selbst erringt man den Sieg", merkte Mutter an, die in ihrer eigenen Transformation unzählige Male die Formation des Todes besiegen musste, dass auch wir nachfolgen können. 

Ziel ist, unsere ausgearbeitete Individualität innerhalb dieser Vereinigung behalten zu dürfen in einem fließenden, elastischen Körper, der sich jeder Bewegung des Göttlichen Bewusstseins anpassen kann. Wir werden darin sowohl unseren einzigartigen Standpunkt als auch den des Einsseins mit allem was existiert einnehmen können, beides zugleich. Man kann das punktuelle Bewusstsein, als das wir uns einst auf die Reise begaben, als den Farbklecks auf dem Pinsel des Malers betrachten. Immer wieder taucht er in eine andere Farbe ein, mischt neue zusammen, variiert sie und lässt daraus in einer virtuosen Komposition ein wundervolles Bild entstehen. Am Ziel angekommen werden wir in unserer Farbgebung ein einzigartiger, unverwechselbarer und unverzichtbarer Teil des ganzen Bildes sein und erfahren, dass wir nicht nur in jeden der anderen Farbkleckse hineinfließen können, um das Bild aus seinem Blickwinkel zu betrachten. Wir werden in der Lage sein, in alle unzähligen Farben gleichzeitig einzutauchen, um das ganze Bild zu betrachten.

Plötzlich werden wir uns erinnern, dass wir selbst das ganze Bild SIND,  während jemand den Rahmen des Bildes stetig vergrößert ...


Der vergöttlichte Körper

 

 

 

Mutter zu einer ihrer SchülerinnenSavita D. Hindocha, genannt Huta:  "Ich habe die Schönheiten und Wunder der Höheren Welten gesehen. Nun denke ich daran, sie auszudrücken durch Malen in verschiedenen Farben - Blautöne, Goldtöne, Rosatöne und Weißtöne - mit bestimmten Schwingungen von Licht - die alle in Harmonie die neue Welt formen. 

Ich möchte diese Neue Welt auf die Erde herabbringen. Da mir dazu keine Zeit mehr auf Erden bleibt, werde ich durch dich malen..." (‘Pictures of Sri Aurobindo’s Poems’, SABDA Publications, Indien)

  

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Nach einer unzähligen Reihe von Toden und Wiedergeburten ist die Menschheit an einem Punkt angekommen, an dem die Körper weit genug entwickelt sind, um die Transformation zu vollziehen. Die ursprünglichen Chakren als Kraftzentren werden wiedererweckt, gereinigt und vollkommen geöffnet. Fasst man die leider nicht sehr ausführlichen Beschreibungen zusammen, ergeben sich folgende Veränderungen:

Das Herz-Kreislaufsystem wird ersetzt durch das Kraftzentrum des Herzchakras und die Atmung erfolgt nicht mehr über die Lungen. Wir werden vom Göttlichen Licht sowohl geatmet als auch ernährt. 

Entsprechend sollen sich die Verdauungsorgane zurückbilden. 

Den Tod in der herkömmlichen Form wird es nicht mehr geben, die bisherige Fortpflanzung durch Geburt in einen neuen Körper entfällt. Die Geschlechtsorgane bilden sich zurück, wir werden geschlechtslos sein.

Hier gibt Mutter einen der schönsten Einblicke in die Zukunft unseres Seins.