Das weltweite Bedürfnis nach Sicherheit wächst

(Symbolbild/Pixabay, Alexa) 

In Anbetracht der geopolitischen Situation leben selbst viele gut situierte Menschen in einem Zustand der ständigen Sorge bis hin zu diffusen Angstzuständen. In Nachrichten und Foren erscheint regelmäßig das Thema 3. Weltkrieg und der Wunsch nach Sicherheit nimmt zu. Vereinzelte Machtstrukturen scheinen alle Fäden in der Hand zu halten und viele Bürger empfinden die zunehmende Ohnmacht, in den politischen Prozess nicht mehr miteinbezogen zu werden.

Man spekuliert über neue Technologien, die künftig menschliche Aufgaben und Fertigkeiten übernehmen sollen. Allein zum Wohl der Menschheit ...?  

Zur Gefahr eines dritten Weltkriegs, der das Ende der menschlichen Zivilisation bedeuten würde, wie wir sie kennen, haben Sri Aurobindo und Mutter klare Aussagen gemacht. Sie nannten zwei Bedingungen, deren Eintreffen die Welt retten würde. 

 

 

                   Die erste Bedingung 

 

"Alle Länder leben in der Lüge. Wenn auch nur ein einziges Land sich mutig auf die Seite der Wahrheit stellte, könnte die Welt gerettet werden." 

 

Sri Aurobindo machte diese Durchsage an Mutter, kurz nachdem er seinen Körper abgelegt hatte. Hier ein Auszug dazu aus einer Unterhaltung zwischen Mutter und Satprem vom 7. Juni 1967: 

 

Mutter: "Gegen Ende des Tages, als ich allein war, begann ich Sri Aurobindo zu fragen, was genau er sagen wollte... Natürlich ist seine Hoffnung, dass das Land, das "would stand for Truth" [sich auf die Seite der Wahrheit stellen würde] Indien sei – im Augenblick ist das undenkbar. Aber... da sich mir das Thema stellte, fragte ich ihn, welche Möglichkeiten er für die Erde in einer harmonischen Zukunft sehe.

Daraufhin sagte er mir sehr einfach und klar: "Eine Föderation aller Nationen und aller Länder, ohne Ausnahme, eine einzige Föderation aller Kontinente: die Föderation aller menschlichen Nationen der Erde." Und eine Gruppe – eine regierende Gruppe –, die aus einem Vertreter aus jedem einzelnen Land bestehen würde, "the most able man" [der fähigste Mann] was die politische und ökonomische Organisation angeht; auf keinen Fall ein anteilmäßiges System, wo das größte Land viele Vertreter und die kleinen nur einen hätten – jedes Land einen. Denn jeder repräsentiert einen Aspekt des Problems. Den Vorsitz würden sie abwechselnd führen.

Es war eine weitsichtige Schau, weniger in Worten denn als Vision wahrgenommen.

So steht es zu diesem Zeitpunkt. ...

Jede individuelle Nation hat ein Recht auf freie und unabhängige Existenz, unter der Bedingung, dass sie sich nicht in die freie und unabhängige Existenz aller anderen Individualitäten einmischt. Ambitionen, Gebietserweiterungen – natürlich alle Kolonien, all das –, muss selbstverständlich außer Betracht fallen. ..."

 

Satprem: Vor drei Tagen erklärte Nasser, daß er die Zerstörung Israels anstrebe: von der Landkarte ausradiert."

 

"Ja, genau. Das ist ein offensichtliches Unrecht.

Ich weiß nicht, was die anderen darauf geantwortet haben. Gewiss lebt die ganze Welt in der Lüge, aber etwas muss ein für allemal klar sein: das Recht der individuellen Existenz jeder Nation oder jedes Landes, unter der Bedingung, dass sie nicht in das Recht der anderen eingreifen.

Dies muss die Basis sein. 

Sie werden sich zu streiten beginnen: "ABER früher war es soundso; damals gehörte es uns, und zu jener Zeit war ..." Die Argumente nehmen kein Ende. Man müsste eine weiterreichende Vision der Dinge haben, die ausgeglichen, gerecht und tief ist, um sagen zu können: "So und so ist es." Andernfalls führt es zu endlosen Diskussionen.

Auf jeden Fall basieren im Augenblick alle diplomatischen Beziehungen auf der Lüge – die gröbste Lüge wird als die einzige Möglichkeit angesehen, sich aus der Affäre zu ziehen. So sehen sie das. Also muss als erstes das Lügen abgeschafft werden."

 

Es ist für uns kaum möglich, zu beurteilen, ob ein ganzes Land sich auf die Seite der Wahrheit stellt oder nicht, zumal Sri Aurobindo hier auf eine höhere Wahrheit anspielt. Aber zu erkennen, welchen Standpunkt die politischen Führer einer Nation einnehmen und ob und wer sich in diesen Tagen in Wort und Tat für die Wahrheit und den Weltfrieden einsetzt und wer nicht, lässt sich im Zeitalter des Internets leicht feststellen.    

Es wurde uns nicht versprochen, dass die Zeit bis zum Erscheinen der Neuen Welt ohne Katastrophen verlaufen würde. Wir wissen nicht, ob sich eine größere militärische Auseinandersetzung vermeiden lässt und die perverse Schere von Arm und Reich zu vermehrten Unruhen führen wird. Grundsätzlich warnten sowohl Sri Aurobindo als auch Mutter davor, sich in unwissende Spekulationen und Befürchtungen zu ergehen im Sinne selbsterfüllender Prophezeiungen und Realitätsgestaltung. Jesus Christus sprach davon, mit dem Schwert der Wahrheit wiederzukehren, und Psalm 91 ist heute noch aktuell.

Vor geradezu prophetischer Eindringlichkeit und unvorstellbarer Macht sind Sri Aurobindos Worte in "Die Stunde Gottes", insbesondere in Verbindung mit seiner Aussage zur Zukunft Europas: 

 

"Unselig ist der Mensch oder die Nation, die, wenn die göttliche Stunde eintritt, schlafend angetroffen wird oder unvorbereitet, sie zu nutzen, weil die Lampe nicht gesäubert wurde zur Begrüßung und die Ohren taub sind für den Ruf. Aber dreimal wehe denen, die stark und bereit sind, doch die Kraft vergeuden oder die Stunde missbrauchen; diese trifft ein nicht wiedergutzumachender Verlust oder eine große Vernichtung.

In der Stunde Gottes läutere deine Seele von aller Selbsttäuschung und Scheinheiligkeit und eitler Selbstschmeichelei, damit du rückhaltlos in deinen Spirit zu blicken und das zu vernehmen vermagst, wovon er aufgerufen wird. Jede Unaufrichtigkeit deiner Natur, die einmal deine Wehr gegen den Blick des Meisters und das Licht des Ideals war, wird nun zu einem Sprung in deiner Rüstung und fordert den Schlag heraus. Selbst wenn du für den Augenblick siegreich sein solltest, umso schlimmer ist es für dich, denn der Hieb wird später kommen und dich inmitten deines Triumphes zu Boden werfen. Doch bist du rein, weise alle Furcht von dir; denn die Stunde ist oft schrecklich, ein Feuer und ein Wirbelwind und ein Orkan, ein Treten der Kelter des göttlichen Zorns. Doch wer darin aufrecht stehen kann aufgrund der Wahrhaftigkeit seines Trachtens, der wird bestehen; selbst wenn er fiele, würde er sich wieder erheben; selbst wenn es so aussähe, als trugen ihn die Schwingen des Windes hinweg, würde er wiederkehren. Doch lass weltliche Klugheit dir nicht allzu nah ins Ohr flüstern, denn es ist die Stunde des Unerwarteten, des Unberechenbaren, des Unermesslichen. Wäge nicht die Macht des Atems mit deinen unzulänglichen Instrumenten, sondern habe Vertrauen und gehe vorwärts.

Doch vor allem halte deine Seele, sei es auch nur für eine Weile, frei vom Lärm des Ego. Dann wird ein Feuer vor dir einhergehen in der Nacht, der Sturm wird dein Gehilfe sein, und deine Fahne wird auf der höchsten Höhe jener Herrlichkeit wehen, die es zu erobern galt."

 

Seine Worte mögen für westliche Ohren angestaubt, pathetisch und überzogen klingen. Erfährt man jedoch die Macht des Supramentalen Bewusstseins im eigenen Körper, schweigt man beschämt und geht seinen Weg.  

 

 

 

      Die zweite Bedingung 

 

Als weiteres Versprechen für ein Voranschreiten der Menschheit auf die nächste Evolutionsstufe nannte Sri Aurobindo das Ausbilden eines ersten Supramentalen Körpers. Es wurde angenommen, es würde sich um eine Art "Blaupause" für alle weiteren handeln. Nun mag mancher fragen, ob die Aussagen in der Agenda und Mutters allerletztes "Es ist vollbracht" der Wahrheit entsprechen oder nicht. Das muss jeder für sich entscheiden, nachdem er Mutters und Sri Aurobindos Werke studiert und sich auf den Weg gemacht hat. 

Schon drei Jahre vor ihrem Weggang 1973 bestätigte Mutter die Gewissheit, dass das Physische bereit sei zur Verwirklichung: 

 

"Vom Anfang meines Lebens an und bis zu Sri Aurobindos Abschied war mir bewusst, dass man die Höhen erklimmen, alles Wissen und alle Erfahrungen erlangen kann (man hatte sie tatsächlich erlangt), sobald man aber in diesen Körper zurückkehrte... bestimmten diese UNGEHEUERLICHEN alten mentalen Gesetze wieder alles. Deshalb dienten all diese Jahre nur dazu, um vorzubereiten, vorzubereiten – sich zu befreien und vorzubereiten – und in den letzten Tagen... ach! da konnte der Körper sogar PHYSISCH feststellen, dass es sich verändert hat.

Nun muss dies `worked out´, ausgearbeitet und in allen Einzelheiten verwirklicht werden, aber die Veränderung IST VOLLBRACHT – die Veränderung ist vollbracht.

Das bedeutet, dass die materiellen Bedingungen, die durch das Mental erarbeitet und FIXIERT worden waren (Mutter ballt ihre Fäuste) und die so unabänderlich zu sein schienen, dass jene, die eine lebendige Erfahrung der höheren Welten hatten, dachten, man müsse dieser Welt entfliehen, man müsse, wenn man wirklich in der Wahrheit leben will, dieser materiellen Welt entsagen (das ist die Grundlage aller Theorien und Glaubenslehren), aber jetzt ist das nicht mehr der Fall. Überhaupt nicht. Jetzt ist das Physische FÄHIG, das höhere Licht, die Wahrheit, das wahre Bewusstsein zu empfangen und zu MANIFESTIEREN.

Das ist nicht leicht, es verlangt Ausdauer und Willen. Aber ein Tag wird kommen, wo das ganz natürlich geworden ist. Die Tür hat sich gerade einen Spalt weit geöffnet – mehr nicht –, jetzt heißt es hindurchzugehen.

(Schweigen)

Natürlich klammert sich das Etablierte weiter an und wehrt sich verzweifelt. Das verursacht auch diese ganze Verwirrung (Geste, die Turbulenzen in der Erdatmosphäre andeutend) – aber es hat die Partie verloren. Es ist aus und vorbei.

(Schweigen)

Das neue Bewusstsein hat etwas mehr als ein Jahr gebraucht, um diesen Sieg zu erringen. Auch jetzt noch ist es natürlich nur für jene sichtbar, welche die innere Vision haben, aber... es ist vollbracht.

Das ist die Arbeit, die Sri Aurobindo mir aufgetragen hat. Jetzt verstehe ich das.

Aber es ist, als würden diese mentalen Kräfte, diese mentalen Mächte, sich von allen Seiten in einem gewaltsamen Protest erheben, um uns ihre alten Gesetze weiterhin aufzuzwingen: "Das war doch schon immer so!..." Aber es ist vorbei. Es wird nicht immer so sein, ja.

(langes Schweigen)

Etwas von diesem Kampf spielte sich in den letzten Tagen im Körper ab... Das ist wirklich sehr interessant. Von außen kamen Einflüsse, die ihm Erfahrungen geben wollten, die ihn davon überzeugen sollten: "Nein, das, was immer war, wird immer sein; du kannst es ja versuchen, aber es ist eine Illusion", doch dann trat etwas ein, eine nette kleine Störung machte sich im Körper bemerkbar, auf die er einfach durch sein Verharren im Frieden (unwandelbare Geste) und durch seine Haltung (Mutter öffnet beide Hände) antwortete: "Es ist, wie Du willst, Herr, wie Du willst ..." – Da war blitzartig alles weggefegt. Dies wiederholte sich mehrmals (mindestens zehnmal an einem Tag). Jetzt fängt der Körper an zu fühlen: "Das ist es!..." Er spürt diese Freude – die Freude des... erlebten Wunders.

Es ist nicht so, wie es war, es ist NICHT MEHR so, wie es war – es ist nicht mehr so, wie es war.

Noch muss man kämpfen, muss Geduld, Mut, Willen und Vertrauen aufbringen – aber es ist nicht mehr "so". Die alte Sache versucht sich festzuklammern – scheußlich! Scheußlich. Aber... es ist nicht mehr so, wie es war. Es ist nicht mehr so."

 

                                                                                                                           (Agenda, 14. März 1970)

 

 

 Naturkatastrophen

 

Was die Frage nach dem Auslöser für Naturkatastrophen betrifft, hier ein interessanter Ausschnitt aus den Gesprächen mit Mutter aus dem Jahr 1929: 

 

Schüler: Man hat gesagt, Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmung und Versinken von Kontinenten seien die Folge einer uneinigen, sündigen Menschheit, und mit dem Fortschritt und der Entwicklung des Menschengeschlechts würde auch eine entsprechende Wandlung in der physischen Natur stattfinden. Wie weit kann man dem Glauben schenken?

 

"Richtiger würde man wohl sagen, dass es ein und dieselbe Bewusstseinsbewegung ist, die sich durch eine von Katastrophen heimgesuchte Natur und durch eine unharmonische Menschheit bekundet. Es handelt sich bei den beiden nicht um Ursache und Wirkung, da sie sich auf der gleichen Stufe befinden. Ein Bewusstsein über ihnen sucht sich zu offenbaren, sich auf Erden einzukörpern, und beim Herabsteigen zur Materie trifft es überall auf denselben Widerstand, im Menschen wie in der physischen Natur. Alle Unordnung, aller Missklang auf der Erde ist Ergebnis dieses Widerstands. Unglücke, Katastrophen, Zusammenstöße und Gewalttaten, Dunkelheit und Unwissen, alle Übel stammen aus derselben Quelle. Der Mensch verursacht die äußere Natur ebenso wenig, wie die äußere Natur den Menschen; beide aber hängen von einem einzigen ab, das hinter ihnen ist und größer als sie; und beide sind Teil einer dauernd fortschreitenden Bewegung, die Das auszudrücken strebt." 

 

 

 

 

 Sich auf das Ausrichten, was kommen will

 

Sri Aurobindo hatte einen überaus realistischen Blick auf die zukünftige Entwicklung und ermahnte immer wieder, sich über den äußeren Anschein zu erheben. Stattdessen sollen wir uns auf das ausrichten, was im Begriff ist, sich zu verwirklichen und uns der Göttlichen Führung anvertrauen. Nicht in Form von Passivität, sondern als handelndes Werkzeug in Seinem Interesse. Hierin liegt die Garantie für die bestmögliche Sicherheit und Fortschritt während der Zeit der evolutionären "Geburtswehen" in die neue Daseinsstufe. 

 

"Die Schwierigkeiten, die Sie spüren, sind im Ashram sowie in der Außenwelt allgemein. Zweifel, Entmutigung, Minderung oder Verlust des Glaubens, Abnahme des vitalen Enthusiasmus für das Ideal, Ratlosigkeit und eine Dämpfung der Hoffnung auf die Zukunft sind die allgemeinen Merkmale der Schwierigkeit. In der Außenwelt gibt es viel schlimmere Symptome, so wie die allgemeine Zunahme des Zynismus, eine Weigerung, überhaupt an irgend etwas zu glauben, eine Abnahme der Aufrichtigkeit, eine ungeheure Korruption, eine Beschäftigung mit Essen, Geld, Bequemlichkeit, Genuss bis zum Ausschluss höherer Dinge und eine allgemeine Erwartung, dass immer schlimmere Dinge auf die Welt zukommen. All das ist, wie auch immer akut, ein zeitlich beschränktes Phänomen, auf das diejenigen, die überhaupt etwas über das Wirken der Weltenergie und das Wirken des Geistes wissen, vorbereitet waren. Ich selbst habe das Kommen dieses Schlimmsten vorhergesehen, die Schwärze der Nacht vor der Morgenröte, deshalb bin ich nicht entmutigt. Ich weiß, was sich hinter der Dunkelheit vorbereitet, und kann die ersten Anzeichen seines Kommen sehen und spüren. Diejenigen, die nach dem Göttlichen suchen, müssen Standfestigkeit zeigen und in ihrer Suche beharren. Nach einer Weile wird die Dunkelheit verblassen und zu verschwinden beginnen, und das Licht wird kommen.“

(Sri Aurobindo in einem Brief vom 9. April 1947 aus: „Indiens Wiedergeburt und die Renaissance der Erde.“ iBooks.) 

 

Das Supramentale Bewusstsein ist am Werk. Die allgemeine Anspannung, das Zunehmen gesundheitlicher Probleme und das Empfinden einer allgemeinen Beschleunigung des Lebens sind typische Symptome für den Druck des Bewusstseins auf das irdische System und dessen Widerstand, der überwunden werden muss.   

 

 

"In Anbetracht der Welt, so wie sie ist und unverbesserlich zu bleiben scheint, gelangt der menschliche Intellekt letzten Endes zum Schluss, dass dieses Universum ein Fehler Gottes sein muss und dass die Manifestation oder Schöpfung gewiss die Konsequenz einer Begierde ist: die Begierde, sich zu manifestieren, die Begierde, sich zu kennen, sich seiner selbst zu erfreuen. Die einzige Lösung in dieser Lage wäre, diesem Fehler so bald als möglich ein Ende zu setzen und sich zu weigern, der Begierde und ihren finsteren Konsequenzen zu folgen.

Der höchste Herr antwortet jedoch, dass die Komödie noch nicht zu Ende gespielt ist, und er fügt hinzu: "Wartet auf den letzten Akt; ohne Zweifel werdet ihr eure Meinung ändern."

 

Mutter

 

 

 

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