"Es gibt Zeiten, in denen der Spirit unter den Menschen weilt und der Atem des Herrn auf den Wassern unseres Seins umgeht; es gibt andere, in denen er sich zurückzieht und es den Menschen überlassen bleibt, in der Kraft oder der Schwäche ihrer eigenen Selbstsucht zu handeln. Die ersten sind Zeiträume, in denen schon eine geringe Anstrengung zu großen Ergebnissen führt und das Schicksal ändert ..." 

 

Sri Aurobindo in "Die Stunde Gottes"

 

Wohin entwickelt sich die Menschheit?

Wir befinden uns in einer jener Stunden Gottes, in der wir enorme Fortschritte erzielen können. So eröffneten sich im eigenen Leben nach Jahren des spirituellen Strebens, ursprünglich ausgehend von den alten christlichen Pfaden, vollkommen neue Erfahrungen, die zur Gewissheit führten, dass ein weiteres Kapitel in der Evolution der Menschheit aufgeschlagen wurde, das über alles bisher Dagewesene hinausgeht. 

Das Ziel besteht nicht mehr länger darin, die Welt als Maya, als Schein oder Sinnestäuschung zu sehen und die Materie als ein Hindernis für ein Eingehen in die Göttliche Vereinigung. Jahrtausende lang legte man den Körper ab und entfloh dieser Welt in den weißen Frieden des Nirwana.

Schon im Kindesalter wurde der Tod als eine Unmöglichkeit empfunden und erste "übersinnliche" Erfahrungen vor der wenig verständnisvollen Außenwelt verborgen.

Welchen Sinn machte es auch, diese wunderschöne Erde nur dafür zu erschaffen, dass wir eine begrenzte Zeit lang wie Schauspieler unterschiedliche Rollen darauf spielen dürfen, um am Ende wieder als geistiges und körperloses Wesen in die Göttliche Einheit zurückzukehren? Wozu das ewig lange von Kampf und Leid geprägte evolutionäre Ringen um immer komplexere Lebensformen? Wozu der ständige Schmerz über den Verlust liebgewonnener Wegbegleiter, die für immer verloren scheinen? In einer Inkarnation nach der anderen immer wieder von vorn damit zu beginnen, weil jede Erinnerung an die vergangene fehlt? Welcher Sinn verbirgt sich dahinter? 

 

Über die Jahre der Pubertät und mentalen "Ausbildung" in Vergessenheit geraten, wurden alle höheren Erfahrungen der Kindheit und frühen Jugend wiedererweckt, erweitert und mündeten – dem Ruf folgend – in eine aufrichtige, spirituelle Praxis. 

Heute erfährt das ganze Sein einschließlich des Körpers, dass wir seit Anbeginn der Zeit an starker Hand geführt und gehalten sind und wohin die Reise geht. Wir befinden uns ohne jeden Zweifel auf dem Weg zu etwas „Höherem“, das sich niemand bislang nur annähernd vorstellen kann – weil es noch nie da war und weil es jede Vorstellung übersteigt, zu der unser begrenzter Verstand fähig ist. Gleichzeitig wurden auf keinem der bisherigen Wege so viel Skepsis und Widerstände bis hin zu Angriffen erfahren, wie auf diesem. 

Was wir im Moment auf diesem Planeten beobachten können, ist das Aufbrechen des Alten, das aus der Schöpfung verschwinden muss und wird. Im Großen wie im Kleinen. Es sind die Symptome einer evolutionären Krise. 

 

 

Das Ende eines evolutionären Stadiums ist gewöhnlich gekennzeichnet durch ein starkes Wiederauflodern von allem, was aus der Evolution verschwinden muss.... Dieses Gesetz gilt für die Masse ebenso wie für das Individuum.

 

Sri Aurobindo, 18. September 1909 

 

 

Diese Seiten sind insbesondere dem Schwerpunkt der körperlichen Umwandlung gewidmet, wie sie von Sri Aurobindo und der Mutter ermöglicht und auch von ihrem Schüler Satprem beschrieben wurde. In dem Bestreben, ein paar hoffnungsvolle "Orientierungsbojen" zu hinterlassen für all jene, die sich aufrichtig nach dem Göttlichen sehnen und nachfolgen wollen.

 

 

 

"Diese Welt wurde nicht wirklich von einer blinden Naturkraft erschaffen: Selbst in der Bewusstlosigkeit ist die Gegenwart der höchsten Wahrheit an der Arbeit, es gibt eine sehende Macht dahinter, die unfehlbar am Werk ist, und die Schritte der Ignoranz werden selbst dann noch geführt, wenn sie zu straucheln scheinen. … In dieser unermesslichen und scheinbar konfusen Masse an Existenz besteht ein Gesetz, eine einzige Wahrheit des Seins, ein leitender und erfüllenden Zweck der Weltexistenz."

 

                                          Sri Aurobindo, 1950


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